BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:https://github.com/derhansen/sf_event_mgt
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VEVENT
UID:965-1333@temp.sagw.ch
CLASS: PUBLIC
SUMMARY:Thomas Bearth: Ebola-Bedrohungsszenarien als kommunikative Herausforderung
DESCRIPTION:Vortrag in der Ringvorlesung Senior Academics "«One Health» – G
 esundheit und Krankheit aus interdisziplinärer Perspektive"\n\nDie Ebola-Ep
 idemie in Westafrika (2014-2016) machte deutlich, dass Vorstellungen von Na
 tur und Ursache der Bedrohung bei der betroffenen Bevölkerung zur Missachtu
 ng der präventiven Massnahmen und damit zur rasanten Weiterverbreitung des 
 tödlichen Virus beitrugen. Mit dem Auftreten einzelner Fälle ausserhalb der
  Krisenzone wird Ebola zur Gefahr für die globale Gesundheit. Die Weltgesun
 dheitsorganisation ruft den globalen Notstand aus. Damit erfolgt eine Umkeh
 r des Bedrohungsszenarios: Ebola wird zur «Gefahr aus dem Dschungel» (NZZ, 
 6.11.2014). Im Unterschied dazu bleibt die mediale Wahrnehmung der Bedrohun
 g durch die neuerliche Ebola-Welle im Osten Kongos bislang auf die regional
 e Dimension beschränkt. Die Palliativwirkung des von der Medizin entwickelt
 en Impfstoffs auf die sich nun vom «Dschungel» weniger bedroht fühlende Wel
 tgemeinschaft darf indessen nicht über das vor Ort nach wie vor bestehende 
 Informationsdefizit und seine gravierenden Auswirkungen hinweg täuschen: Di
 eses vervielfacht nicht nur die Risiken und Leiden der betroffenen Bevölker
 ung, sondern wendet sich als Umkehrung der Bedrohung gegen die mit der Bekä
 mpfung der Epidemie betrauten Institutionen und ihre Mitarbeiter.  Drei Fra
 gen stellen sich in diesem Zusammenhang: 1. Warum gelingt es Regierungen un
 d Gesundheitspersonal nur bedingt, das Wissen um die Natur der Krankheit un
 d ihre Übertragung, und damit die Einsicht in die Notwendigkeit der daraus 
 folgenden Massnahmen, in lokal verträglicher Dosierung und Formulierung umf
 assend zu vermitteln? 2. Wie erklärt sich die schockierende Regelmässigkeit
  der Umkehrung der Bedrohungsszenarien, und dies keineswegs nur in politisc
 h unstabilen Kontexten wie im Osten des Kongo? 3. Kann eine Umkehrung des R
 ollenverständnisses der primär Betroffenen, wie Ende 2014 vom UNO-Sonderbea
 uftragten vorgeschlagen, zu aktiv an der Bewältigung eines globalen Gesundh
 eitsrisikos mitwirkenden «global players», kann die dazu erforderliche Schl
 iessung von grundlegenden Wissenslücken, etwa zur Pathogenese von Infektion
 skrankheiten, ohne Durchbrechung des Monopols der Kolonial- und ohne Einbez
 ug der Lokalsprachen gelingen? Eine kurz zuvor in Zusammenarbeit mit dem sc
 hweizerischen Forschungsinstitut an der Elfenbeinküste (CSRS) unter Beteili
 gung verschiedener Fachrichtungen, des medizinischen Korps im Risikogebiet 
 und von Vertretern unmittelbar exponierter Dorfgemeinschaften durchgeführte
  Tagung hatte zu Erkenntnissen und Lösungsansätzen geführt, deren Umsetzung
  mit dem Abflauen der akuten Bedrohung zwar als medienwirksames Thema an Ak
 tualität verloren haben mag, nicht aber als vornehmste Aufgabe einer interd
 isziplinären, der gesundheitlichen Chancengleichheit und Eigenverantwortlic
 hkeit auf globaler Ebene verpflichteten «Health science». Voraussetzung ist
 , wie am Beispiel der Schnittstelle von zoonotischer Ätiologie der Ebolaseu
 che, lokalem Wissen über dafür relevante Tierspezies und deren ökonomischem
  Nutzen zu zeigen sein wird, die Überarbeitung des Katalogs der an «One Hea
 lth» und analogen Programmen (etwa im Rahmen der Agenda 2030) zu beteiligen
 den Disziplinen unter dem Gesichtspunkt ihrer kommunikativen Nachhaltigkeit
 .\n\nOrt\n\nRämistrasse 71, 8006 Zürich, Raum KOL F-104\n\nMehr\n\nhttps://
 www.pdverein.uzh.ch/de/Ringvorlesung.html\n\nKontakt\n\nProf. Dr. Wolfgang 
 Rother (Mail)
LOCATION:Universität Zürich
DTSTAMP:20191010T133303Z
DTSTART:20191111T171500Z
DTEND:20191111T184500Z
END:VEVENT
END:VCALENDAR